Auftaktveranstaltung des Wertekongresses am 27.09.2010
Erzbischof Zollitsch und Präses Nikolaus Schneider diskutieren mit der CDU/CSU-Fraktion und 700 Gästen bei der Auftaktveranstaltung des Wertekongresses am 27.09.2010
Die Politik der Union ruht fest auf dem Fundament des
christlichen Menschenbildes. Mit diesem Bekenntnis eröffnete der Vorsitzende
der CDU/CSU-Fraktion, Volker Kauder, am Montag im Bundestag den Kongress, der
unter dem Motto „Das ‚C‘ ist für uns Programm – Politik auf der Grundlage des
christlichen Menschenbildes“ stand.
Zu der Tagung waren knapp 700 Gäste aus dem gesamten Bundesgebiet nach Berlin
gereist. Die Veranstaltung bildet den Auftakt für eine Reihe von öffentlichen Gesprächen,
die sich mit speziellen Fragen wie Wirtschaftsethik, Lebensschutz und Bewahrung
der Schöpfung und wertegeleiteter Außenpolitik befassen sollen.
Zu den ehernen Grundsätzen christdemokratischer und christsozialer Politik gehört laut Kauder der Einsatz für die weltweite Geltung der Religionsfreiheit als elementares Menschenrecht. Dies bedeute einerseits, dass Muslime in Deutschland ihren Glauben frei leben und dafür Moscheen errichten dürften, andererseits aber eben auch das Recht der Christen, überall auf dieser Welt Kirchen zu bauen. Daneben unterstrich Kauder den Stellenwert der Familie auf der Grundlage der Ehe von Frau und Mann: Wahlfreiheit für Familien umfasse auch, dass Mütter und Väter, die sich entscheiden, zeitweise ganz für die Familie da zu sein, dafür Achtung in der Gesellschaft erfahren. Auch den umfassenden Schutz für das menschliche Leben an seinem Anfang und Ende stelle er als grundlegende Aufgabe für jeden Christen heraus.
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, dankte der Union, dass sie sich der Position des Christlichen in ihrer Partei so ausdrücklich stelle. Er unterstrich die integrierende Funktion des Christlichen für die verschiedenen Wurzeln der Partei, das Konservative, das Liberale und das Soziale.
Der amtierende Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Präses Nikolaus Schneider, erinnerte an den Gründungaufruf der CDU: der Mensch ist zur Freiheit in Verantwortung berufen. Aus der Ehrfurcht vor seinem Schöpfer folgt die Unmöglichkeit der Vergottung von Ideen, Personen oder auch Parteien. Auch das C im Parteinamen sei daher ein Zeichen der Demut. Er mahnte an, dass der Mensch nicht das Maß aller Dinge und nicht alles beliebig sei. Bei der Umsetzung des „C“ zum Wohle aller seien Dialog und Kompromisse unverzichtbar.
In der Diskussion vor der eindrucksvollen Kulisse des voll besetzten Foyers der Paul-Löbe-Hauses war sich Präses Schneider mit der familienpolitischen Sprecherin Dorothee Bär einig in der Forderung: Kindeswohl geht vor Elternrecht. Die Chancengleichheit und Teilhabe aller Kinder am gesellschaftlichen Leben muss gewährleistet sein. Der außenpolitische Sprecher Philipp Mißfelder betonte die Notwendigkeit, die christlichen Grundzüge der Gesellschaft wieder stärker ins alltägliche Bewusstsein zu rufen.
Die Kirchenbeauftragte Dr. Maria Flachsbarth unterstrich zudem, dass der Dialog mit den kirchlichen Vertretern in der Union Kontinuität habe und an bewährte Gesprächsgrundlagen anknüpfe. Sie bezeichnete das „C“ im Parteinamen als besonderen Auftrag und Element der Selbstvergewisserung. Maria Flachsbarth betonte, dass die Union auch ein Angebot für Migranten sei, die sich zum Wohl des Landes politisch engagieren wollten. Die Union stehe allen Menschen offen, die sich zum Grundsatzprogramm der Partei auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes bekennen könnten.
Einigkeit bestand auf dem Podium darin, dass Christen sich trauen sollten, ihr Zeugnis deutlich in die Öffentlichkeit zu tragen. Auch dafür konnte der Kongress mit seiner großen Beteiligung ein Zeichen setzen.
Mit Erzbischof Zollitsch, dem Vorsitzenden des Rates der EKD, Präses Nikolaus Schneider, und dem Rabbiner der Liberalen Jödischen Gemeinde Hannover, Gábor Lengyel












