Die Würde des Menschen schützen

2014-09-01

Kongress der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zum Lebensschutz am 27.06.2011

Auf Einladung von Dr. Maria Flachsbarth und Volker Kauder kamen über 300 Gäste in der dritten Veranstaltung ?Das ?C? ist für uns Programm? zusammen, um nachzudenken, wie auch in Grenzsituationen gewährleistet werden kann: Die Würde des Menschen schützen: Vom Anfang bis zum Ende des Lebens.

Die Beauftragte der Fraktion für Kirchen und Religionsgemeinschaften Dr. Maria Flachsbarth betonte, dass es der Hartnäckigkeit des Fraktionsvorsitzenden, Volker Kauder zu verdanken sei, dass nicht nur die Veranstaltungsreihe zum christlichen Menschenbild erneut stattfinden konnte, sondern auch Gesetzesinitiativen im Bereich des Lebensschutzes erfolgreich umgesetzt und angegangen wurden: exemplarisch führte Maria Flachsbarth den zäh errungenen Kompromiss um die Spätabbrüche oder die begonnene Initiative zu Organtransplantationen hervor. Volker Kauder unterstrich die Verantwortung einer Partei, die das ?C? im Namen trägt, für den Schutz des menschlichen Lebens und betonte, wie wichtig die Äußerungen der Kirchen in diesem Bereich seien. Anhand des Beispiels der Präimplantationsdiagnostik betonte er den Grundsatz: in dubio pro vita.

Prof. Dr. Wolfgang Huber, Bild: CDU/CSU-Bundestagsfraktion

Der ehemalige Ratsvorsitzende der EKD, Prof. Dr. Wolfgang Huber, ordnete pointiert das Klima der Debatten ein: Während eine Seite sich bei Fragen des Lebensschutzes an Fortschritt und Selbstbestimmung orientiere, bilden die Würde und Verantwortung die Pole der anderen Seite. Er unterstrich, dass der Mensch  immer Zweck an sich und kein isoliertes Individuum sei, sondern menschliches Dasein lebe immer in Beziehungen. An die Politiker appellierte er im Hinblick auf das ?C?: ?Reden Sie von dem, was Ihnen am wichtigsten ist?.  Prof. Dr. Andreas Lob-Hüdepohl, amtierender Präsident der Universität Eichstätt unterstrich, dass Lebensschutz aus christlicher Perspektive zuerst personaler Beziehungsschutz in zwischenmenschlicher Verantwortung sei. Der fürsorgliche Schutz gelte dabei nicht allein der biologisch-physiologischen Existenz des Menschen, sondern dem Schutz seiner Fähigkeit, sein Leben selbstbestimmt führen zu können. Für die Entscheidungen in Grenzsituationen, die auch Parlamentarier zu treffen haben, führte er aus, dass es sich um tragische Entscheidungen handle, bei denen trotz gewissenhafter Abwägung auch Güter verletzt würden.

Prof. Dr. Leonhardt, Diakoniekrankenhaus Friederikenstift Hannover,
Bild: CDU/CSU-Bundestagsfraktion

Auf dem Podium berichtete Chefarzt Prof. Dr. Urs Leonhardt vom Diakoniekrankenhaus Friederikenstift Hannover, dass auf der von ihm geleiteten Palliativstation nicht die Forderung nach Hilfe bei der Selbsttötung, sondern die Bitte um Zuwendung eine Rolle spiele. Für die Organspende bat er darum, die Regeln so zu gestalten, dass die Entscheidung, ob Organe gespendet werden, nicht mehr unmittelbar am Totenbett mit den Angehörigen gefunden werden müsse. Der Parlamentarische Staatssekretär Thomas Rachel erinnerte daran, dass Sterben und die Erlösungshoffnung Teil christlicher Identität sind. Politik müsse auf die Hilferufe der Menschen antworten, indem Begleitung am Lebensende, so durch Seelsorge und Palliativmedizin gewährleistet werde. Die Fraktionsvorsitzende der CDU im Landtag von Rheinland-Pfalz, Julia Klöckner, warnte vor vermeintlich eindeutigen Umfrageergebnissen zur aktiven Sterbehilfe und erinnerte daran, dass dem oft Angst vor Schmerzen, vor dem Verlust der Selbstbestimmung oder dem Wunsch, Angehörigen nicht zur Last fallen zu wollen, zugrundeliegen. Durch die Präimplantationsdiagnostik als “Zeugung auf Probe” befürchte sie einen Schritt zu einer weniger humanen Gesellschaft.  Norbert Geis aus der CSU Landesgruppe forderte besondere Sensibilität für Wachkomapatienten und erinnerte an die Wegmarke der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle als Beginn des Menschen.

Dr. Maria Flachsbarth MdB, Bild: CDU/CSU-Bundestagsfraktion