Einen neuen Aufbruch wagen

2012-05-16

Abgeordnete der CDU/CSU-Fraktion auf dem 98. Deutschen Katholikentag –

Christlicher Glaube gibt Impulse für die Politik

Unter dem Motto „Einen neuen Aufbruch wagen“ haben über das Himmelfahrtswochenende in Mannheim mehr als 80.000 Menschen gebetet, gefeiert und diskutiert. Auf dem 98. Katholikentag ging es hauptsächlich darum: Welche Impulse ergeben sich aus dem christlichen Glauben in Zukunft für Politik und Kirche? In über dreißig Gesprächsforen stellten sich Mitglieder der CDU/CSU-Bundestagsfraktion der Frage, wie sie als christdemokratische Politiker Kirche und Gesellschaft mitgestalten können. Die Unionsabgeordneten waren in Mannheim aber nicht nur als Politiker gefragt: Viele waren durch ihr ehrenamtliches Engagement in den Verbänden am Katholikentag beteiligt. Sie bewegte die Frage, wie der Aufbruch 50 Jahre nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil in ihrer Kirche verstetigt und erneuert werden kann.

Die Themenpalette der Podiumsdiskussionen, an denen auch Unionsabgeordnete teilnahmen, spiegelten die Vielfalt dessen wider, womit sich die Gläubigen des Katholikentages beschäftigten – von der Energiewende über den verantwortungsvollen Umgang mit Lebensmitteln bis zur Pflege, vom Internet über die Geschlechtergerechtigkeit bis zu Biopatenten. So beteiligte sich beispielsweise Bundeskanzlerin Angela Merkel an einer Diskussion darüber, wie das Zusammenleben der Generationen gelingen kann. Dabei rief sie zu einer Stärkung von Familien auf, denn sie seien „der natürliche Ort, wo Generationen Verantwortung füreinander übernehmen“. Angesichts einer alternden Gesellschaft forderte sie die Gesellschaft auf, Ältere besser in die Arbeitswelt zu integrieren.

Der Unions-Fraktionsvorsitzende Volker Kauder sowie die Vorsitzende des Stephanus-Kreises, Ute Granold, betonten in Podiumsdiskussionen, dass die Union nicht aufhören werde, das universale Menschenrecht auf Religionsfreiheit überall einzufordern. In diesem Zusammenhang äußerte Kauder seine Sorge über die Entwicklung in Ägypten nach dem arabischen Frühling. Er verwies auf zahlreiche Fälle von Gewalt und Diskriminierung der christlichen Minderheit der Kopten, die ihm in Gesprächen mit Vertretern der Kopten zugetragen worden waren.

Die Beauftragte für Kirchen und Religionsgemeinschaften, Maria Flachsbarth, unterstrich den Wert der parlamentarischen Demokratie. Sie betonte gleichzeitig, wie wichtig es sei, Bürger bei Großprojekten frühzeitig einzubinden und die Entscheidungsprozesse transparent zu gestalten. Die umweltpolitische Sprecherin, Marie-Luise Dött, brachte den Kampf gegen den Klimawandel in Zusammenhang mit der Bewahrung der Schöpfung. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Christian Ruck  benannte die Herausforderungen der Entwicklungspolitik angesichts der Lage der Menschen in Afrika.

Bundesministerin Aigner mit den Damen des KDFB-Bundesvorstandes

Subsidiarität und Solidarität wahren

Großen Andrang fand auch die traditionelle Veranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung mit ihrem Ehrenvorsitzenden, dem  ehemaligen rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Bernhard Vogel, und dem Präsidenten des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Alois Glück. Der Apostolische Nuntius, Jean-Claude Périsset, forderte in seinem Festreferat einen Aufbruch im Glauben. Er appellierte an die Gläubigen, die Prinzipien der katholischen Soziallehre, die Subsidiarität und die Solidarität, nicht aus den Augen zu verlieren. Beim anschließenden Empfang  mit über 500 Gästen, unter ihnen auch der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Präses Nikolaus Schneider, fand sich Gelegenheit zur Diskussion.

Markus Grübel MdB und Maria Flachsbarth MdB

Präsident des Katholikentages Alois Glück und Maria Flachsbarth