Kitty Keller im Rahmen des Internationalen Parlaments-Stipendiums im Deutschen Bundestag

Mein Name ist Kitty Keller und ich komme aus Ungarn. Viele Leute fragen mich immer, ob ich aus Budapest komme, aber nein, ich komme aus Biharkeresztes. Biharkeresztes ist ein kleines Dorf in Ost-Ungarn mit circa 4000 Einwohnern. Ich habe Diplome in Jura und Sozialwissenschaften. Ich habe meine Kurse in Internationale Beziehungen im Juni an der Corvinus Universität absolviert. Dieses Jahr war ich im Rahmen des fünfmonatigen Internationalen Parlaments-Stipendium des Deutschen Bundestags (IPS) in Berlin, davon arbeitete ich drei Monate im Büro von Frau Dr. Flachsbarth. Ich habe vor 2 Jahren wieder angefangen Deutsch zu lernen. Ich habe die Sprache nur in der Grundschule gelernt. Ich finde die deutsche Sprache schön und sehr nützlich und ich wollte mich mit meinen deutschen Freunden nicht mehr nur in Englisch unterhalten, sondern auf Deutsch. Ich wollte nach Deutschland, um die Kultur, Gesellschaft, Städte und die Politik Deutschlands kennenzulernen. So habe ich mich sehr gefreut als ich die Zusage für IPS erhalten habe. Ich habe mich sehr gefreut, dass ich Erfahrungen im Bundestag sammeln kann. Ich war sehr aufgeregt und begeistert. Ich hatte viele Fragen vor dem Beginn des Programms. Werde ich schnell mit der deutschen Kultur zurechtkommen? Funktionieren Banken, das Gesundheitssystem und anderes gleich wie in meinem Land? Sind meine Sprachkenntnisse gut genug? Ich hatte ein bisschen Angst.

Die ersten Tage des Programms

Meine ersten Tage in Berlin waren chaotisch. Wir mussten viel Papierkram erledigen. Es gibt mehr als 110 Stipendiaten aus mehr als 40 verschiedenen Ländern. Es war nicht einfach jede Person kennenzulernen. Wir sind in 4 Gruppen aufgeteilt worden. Am Anfang kannte ich nur die Leute aus meiner Gruppe. Der erste Tag hat an der HU stattgefunden. Dort hatten wir die Mappe bekommen und noch ein paar Einzelheiten bezüglich der ersten Wochen des Programms. Die Mappe war hilfreich und ausführlich. Am Anfang wurde für uns das Programm von dem für uns zuständigen Referat des Bundestags WI4 vorbereitet Wir hatten viele Vorträge, Seminare und Besichtigungen. Mir haben sehr die Stiftungstage gefallen. Durch die Konrad Adenauer Stiftung konnten wir die deutsche Erinnerungskultur kennenlernen. Wir hatten eine Führung im Bundesrat und wir konnten auch das ZDF Studio besuchen.

Das Praktikum im Büro von Frau Dr. Maria Flachsbarth MdB

Ich freue mich sehr, dass ich mein Praktikum bei Frau Flachsbarth machen konnte. Ich bin sehr dankbar und ich möchte mich bei ihr bedanken dass sie mir zugesagt hat. Sie ist sehr freundlich und sie hat mich sehr überrascht, als sie direkt auf mich zu kam und mich kennenlernen wollte. In meinem Land ist es nicht so, da ist die Hierarchie sehr wichtig. Deswegen war es für mich eine sehr gute Erfahrung. Ich war sehr ergriffen. Frau Flachsbarth hat mich schon am Anfang ins Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung eingeladen, um dieses kennenzulernen. Ich habe eine Woche lang Frau Flachsbarth im Ministerium begleitet und konnte an vielen Besprechungen teilnehmen, die Vorbereitungsdokumente lesen und die Mitarbeiter und Fachreferenten kennenlernen. Die Besprechungen waren sehr interessant. Ich konnte die Politik näher erfahren. Für mich war es besonders interessant, wie stark ausgeprägt die Zivilgesellschaft in Deutschland ist. Ich wünsche mir eine ähnliche Entwicklung in Ungarn. Ich bin Frau Flachsbarth sehr dankbar für diese Erfahrung. Ich muss sagen, diese Woche war sehr intensiv. Ich hatte kaum Zeit zu essen. Ich respektiere Frau Flachsbarth wegen ihrer Arbeit, sie ist unglaublich beschäftigt. Sie arbeitet 24/7. Ich weiß nicht wie sie das schaffen kann. Sie ist nicht nur Abgeordnete und Parlamentarische Staatssekretärin, sie ist auch Präsidentin des Katholischen Deutschen Frauenbundes. Sie ist neu im Bereich wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwickelung und ist sehr engagiert in diesem Bereich. Sie ist eine sehr hart arbeitende Frau.

Meine Aktivitäten im Büro

Meine Ansprechpartnerin im Büro war Frau Laura Storch. Sie war immer sehr freundlich und hilfsbereit obwohl sie viel zu tun hatte. In den ersten Wochen habe ich vieles über die Art und Weise der Arbeit im Büro erfahren. Ich hatte Angst, dass ich etwas falsch machen werde oder etwas was hier unhöflich ist, aber nicht in meinem Land. 

Ich hatte Pressemitteilungen oder Briefe zu verfassen, Besuchergruppen zu begleiten und Fotos zu machen oder die Post zu sortieren, Akten abzulegen und Geburtstagspost zu bearbeiten – einfach alles, um die Abgeordnete bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Ich habe auch an Arbeitsgruppen- und Ausschusssitzungen teilnehmen können. Beim meiner Arbeit im Bundestagsbüro habe ich erfahren können, wie breitgefächert politische Arbeit ist.

 

Wahlkreisreise

Ich konnte meine Wahlkreisreise nicht bei Frau Flachsbarth machen, weil sie unerwartet in Vertretung für Herrn Bundesminister Müller nach Kanada reisen musste. Aber ich hatte die Möglichkeit die Wahlkreisreise bei Herrn Norbert Altenkamp zu machen. Ich bin Herrn Altenkamp sehr dankbar dafür, dass ich die Wahlkreisreise bei ihm machen konnte. Sein Wahlkreis ist der Main Taunus Kreis und besteht aus 15 Städten mit rund 275.000 Einwohnern. Ich habe die Reise mit einem anderen IPS Stipendiaten, Kyriakos Melidis, gemacht. Er ist IPS Stipendiat bei Herr Altenkamp. Herr Altenkamp und seine Familie sind sehr freundlich, nett, offen und gastfreundlich. Ich konnte nicht nur den Wahlkreis, sondern seine Familie auch kennenlernen. Am ersten Tag hatten wir eine Einführung im Bad Soden und er hat uns sein Wahlkreis vorgestellt. Wir hatten die Möglichkeit, den Kreistag zu besuchen und eine Sitzung zu beobachten. Der Kreistagsvorsitzende hat uns während der Sitzung begrüßt. Ich finde, dass es eine sehr schöne Geste war. Wir hatten die Möglichkeit nicht nur den Wahlkreis, sondern auch Frankfurt am Main kennenzulernen. Ich wollte schon lange die Europäische Zentralbank besuchen und hatte jetzt die Chance.

Die Wahlkreisreise war der beste Teil dieses Programms. Ich konnte ein anderes Bundesland besuchen und Deutschland besser kennenlernen und verstehen. Ich bin sehr dankbar, dass wir die Möglichkeit hatten eine solche Wahlkreisreise zu machen. Die Wahlkreisreise war für mich der Höhepunkt des Programms. 

Ich bedanke mich bei der Abgeordneten Frau Dr. Flachsbarth und ihrem Büroteam sehr herzlich für die gute Aufnahme, Förderung und Zusammenarbeit. Diese drei Monate sind eine wichtige Erfahrung gewesen. Ich werde niemals meine Zeit bei Ihnen in Berlin vergessen und ich werde dieses Erlebnis nutzen. Ich freue mich, dass ich an IPS teilgenommen habe.